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Wintergedichte vereinen Tradition und Moderne

Der Winter bringt mit all seinen Facetten in so manchem Geist die poetische Ader zum Vorschein. Ob verträumte Schneelandschaften, der neblige Dunst über stille Wiesen oder das klare Eis auf den zugefrorenen Seen - die vierte Jahreszeit hat viel dichterisches Potenzial.

Neben unzähliger Weihnachtsgedichte und Weihnachtssprüche gibt es immer mehr winterliche Reime ohne christlichen Hintergrund. Wintergedichte spiegeln all die Stille, all das Geheimnisvolle, des mal strahlend weißen, mal trist dunklen Winters wider. Sie können sehr melancholisch, aber auch sehr lebensbejahend und lustig sein. Eben genauso abwechslungsreich, wie der Winter selbst.

Advent

Wenn die Honigkerze brennt
und ich rieche den Advent,
öffne ich das erste Tor,
hol den Stern aus Stroh hervor.
Steche Butterplätzchen aus,
freu mich auf den Nikolaus.
Such mein graues Kuscheltier,
pack es ein in Glanzpapier.
Finde Warten schrecklich schwer,
staun ins Weihnachtslichtermeer.
Unbekannt
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Advent

Advent das ist die stille Zeit,
die Tage schnell verrinnen.
Das Fest der Liebe ist nicht weit,
fangt an euch zu besinnen!

Es gab wohl manchmal Zank und Streit
ihr habt euch nicht vertragen,
vergesst das Jetzt und seid bereit,
euch wieder zu vertragen.

Denn denk nicht nur an's eigene Glück,
du solltest danach streben,
und anderen Menschen auch ein Stück
von deiner Liebe geben.

Der eine wünscht sich Ruhm und Geld,
die Wünsche sind verschieden.
Ich wünsche für die ganze Welt
nur Einigkeit und Frieden
Unbekannt
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Es ist Advent

Im Tale sind die Blumen nun verblüht
Und auf den Bergen liegt der erste Schnee.
Des Sommers Licht und Wärme sind verglüht,
In Eis verwandelt ist der blaue See.

Wie würde mir mein Herz in Einsamkeit
Und in des Winters Kälte angstvoll gehen,
Könnt ich in aller tiefen Dunkelheit
Nicht doch ein Licht in diesen Tagen sehn.

Es leuchtet fern und sanft aus einem Land,
Das einstens voll von solchen Lichtern war,
Da ging ich fröhlich an der Mutter Hand
Und trug in Zöpfen noch mein braunes Haar.

Verändert hat die Welt sich hundertmal
In Auf und Ab - doch sieh, mein Lichtlein brennt!
Durch aller Jahre Mühen, Freud und Qual
Leuchtet es hell und schön: Es ist Advent!
Friedrich Wilhem Kritzinger
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Sankt Nikolaus in Nöten

Den Abend vor dem Niklausfest
sich kein Haus entgehen lässt
und sind die Kinder auch noch klein
lädt man sich Sankt Niklaus ein.

Der Niklaus zieht von Haus zu Haus
sieht schon bald recht müde aus,
denn Ruprecht, seim getreuen Knecht
wird nach dem zweiten Haus schon schlecht.

Nun schleift der fromme Gottesmann
selber seine Sachen an,
mit Schnaps und Bier wird er gestärkt
man es allmählich auch schon merkt.

So schleppt er sich, der Nikolaus
recht tapfer noch von Haus zu Haus.
Im letzten Haus, o welch' ein Schreck,
da ist er aber fast schon weg.

Ans Fenster klopft er voller Wucht,
klein Maxl ein Versteck schnell sucht,
vor Schreck die Mutter auch noch zittert,
da kommt er schon hereingeschlittert.

Und man hört, wie's draußen poltert,
er ist über die Tür gestolpert.
Das gold'ne Buch, es ist zerfetzt,
er's mühsam schnell zusammensetzt.

Doch kennt er sich jetzt nimmer aus
welch' Text gehört in welches Haus,
„Sankt Nikolaus, sei uns willkommen",
der sieht schon alles ganz verschwommen.

„Von draus vom Walde komm' ich her",
- das Herz geht schnell, die Zunge schwer-
„und überall auf den Tannenspitzen"
- er kann nicht steh'n, er muss sitzen.

„Liebe Mädchen, liebe Buben,
heut' komme ich in eure Stuben
und will aus meinem Buch verkünden
was Gut's ihr tat und eure Sünden".

Max voller Mut den Stab nun hält,
Sankt Niklaus fast vom Sessel fällt.
Des Kindes Namen weiß er nimmer
hat keine Ahnung, keinen Schimmer.

Mahnend hebt er nun den Finger
„was du manchmal so drehst für Dinger,
mit deiner Schwester tust du streiten,
der Oma Kummer auch bereiten".

„O Heiliger Sankt Nikolaus,
ich glaub’ du bist im falschen Haus,
ich hab’ keine Schwester und keine Oma"
- der Nikolaus fällt fast in Koma.

Doch unbeirrt, ganz in der Pflicht
er seinen Text nun weiterspricht
und weit're Sünden er aufzählt,
„du hast manchmal den Hund gequält".

„Auch der Satz ist jetzt fehl am Platz,
mir hab’n kein Hund und keine Katz'"
- „Beim Fußball spielst du manchmal faul
und hast auch oft ein freches Maul!"

„I spiel' net Fußball, bin i dumm,
fahr lieber mit dem Fahrrad `rum,
vom Frechsein gibt's gar keine Spur,
ich bin das bravste Büble nur."

„Das Üben vom Trompete-Blasen
hast du oftmals sausen lassen",
- „ja, Nikolaus, ja bist du bled,
i spiel doch Flöte, net Trompet!"

Die Eltern halten’s nimmer aus,
sie lachen schallend aus sich raus.
Ein Lied, das Niklaus gern genießt,
die komisch' Szene nun beschließt.

Doch der Besuch ist nicht vorbei,
Sankt Niklaus schenkt noch allerlei,
wie soll's auch sein, ihr könnt's euch denken,
er macht auch Fehler beim Verschenken.

Der Maxl kriegt die Flasch' Likör
dem Vater schenkt er Gummibär'.
Aus Schockolad' den Nikolaus,
den packt er für die Mutter aus,
dafür kriegt Franz, der große Bruder
für die Schönheit frisches Puder.

Das kann passieren das kommt mal vor,
alle nehmen's mit Humor.
Den Niklaus lädt man an den Tisch
jetzt fühlt er sich schon wieder frisch.
Das gibt ein lust'ges Abendessen,
den Niklaus wird man nie vergessen.
Unbekannt
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Winterliche Gedanken in einem Gedicht verhalten

Während sich im Frühling und Sommer das Leben hauptsächlich im Freien abspielt, ziehen wir uns in den Herbst- und Wintermonaten in unsere vier Wände zurück. Die Tage werden kürzer, die Natur legt sich schlafen und auch wir Menschen werden oftmals etwas träger, was hauptsächlich auf den Lichtmangel zurückzuführen ist. Gerade deshalb ist es wichtig, Körper und Geist fit zu halten und dem Winter-Blues tatkräftig entgegenzuwirken. Ein Spaziergang an der frischen Luft, der Rodelspaß mit den Kindern oder eine Kutschfahrt durch den verschneiten Wald geben die schönen Seiten des Winters preis. Diese Erlebnisse sind häufig Inhalt typischer Wintergedichte.

Schon Klassiker wie Theodor Fontanes "Alles still!" oder "Winternacht" von Joseph Freiherr von Eichendorf halten die winterliche Stimmung in feinsinnigen Reimen fest. Anders als Weihnachtsgedichte oder Weihnachtssprüche drehen sich Wintergedichte in der Regel um die Natur und die Stimmung, die die kalte Jahreszeit in uns auslöst. Häufig ist auch von der Sehnsucht nach dem Frühling die Rede. In den letzten Jahrzehnten haben sich aber auch viele Dichter der humorvollen Seite des Winters zugewandt. Ihre Wintergedichte erzählen von wilden Schneeballschlachten, abenteuerlichen Schlittenfahrten, lustigen Schneemännern und heimeligen Familienabenden vor dem Kamin. Nutzen doch auch Sie allein oder mit Ihrer Familie die langen, gemütlichen Winterabende und verfassen Sie Ihre ganz eigenen Wintergedichte.