Die besten Reiseziele weltweit

Weihnachtsgedichte

Gedichte gehören zum Weihnachtsfest wie das Salz in die Suppe. Manch einer behauptet sogar, dass ohne das Vortragen eines weihnachtlichen Verses der Nikolaus nicht auch nur eine Nuss herausrückt! Tatsächlich haben Weihnachtsgedichte eine lange Tradition.

Viele berühmte Künstler haben poetische Werke verfasst, die über Jahrhunderte weitergetragen wurden und bis zum heutigen Tage weltweit bekannt sind. Doch auch Hobby-Dichter greifen immer wieder gern zur Feder und kreieren ihre ganz eigenen Weihnachtsgedichte. Versüßen auch Sie sich mit stimmungsvollen Reimen die Weihnachtszeit. Nutzen Sie die nie aus der Mode kommenden klassischen Gedichte für die Gestaltung Ihrer Weihnachtspost oder werden Sie selbst zum Verfasser Ihrer gereimten Weihnachtsgrüße.

Aufgeregtes Weihnachtssprüchlein

Von drauß' vom Walde komm ich her,
ich bin ein kleiner Mann.
Knecht Ruprecht, ich will artig sein
mit Mandeln drum und dran.
Lustig, lustig, trallali …
Nein. So stimmt das Sprüchlein nie!

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
und das bei Wind und Wetter.
Du lieber, guter Weihnachtsmann,
wie treu sind deine Blätter.
Lustig, lustig, trallali …
Dieser Vers - der stimmt doch nie!

Vom Himmel hoch, da komm' ich her
mit Tschingderassabumm.
Ich bin der Kasperl Guckinsglas,
Sankt Nikolaus geht um.
Lustig, lustig, trallali …
Dieses Sprüchlein schaff ich nie!

Alle, alle Jahre wieder
steigt das Büblein auf den Baum,
sogar im Winter, wenn es schneit.
Oh holder, süßer Traum.
Lustig, lustig, trallalum …
Das war wieder falsch und dumm!

Heute, Kinder, wird's was geben!
Öchslein brüllt und Kindlein schreit.
Der eine kriegt 'ne Muh,
der andre kriegt 'ne Mäh,
Oh selige, fröhliche Weihnachtszeit.
Lustig, lustig, trallali …
Christkind hilf, sonst schaff ich's nie!

Jetzt kann ich ihn, den Weihnachtsspruch!
Hört alle, alle zu:
Ich bin kein Pfefferkuchenmann,
will keine Mäh und Muh.
Ich komme nicht vom Himmel her
und bin auch nicht verhext.
Ich merke mir nur leider schwer
den rechten Weihnachtstext.

Darum will ich nicht länger mehr
mein langes Sprüchlein leiern.
Nur eins ist wichtig: Denkt daran,
warum wir Weihnacht feiern'.
Eva Rechlin
Notieren
Rated 0/5 based on 0 customer reviews

Das Honigkuchenherz

Vor der Bude vom Zuckerbäcker stand
ein Opa, sein Enkelkind an der Hand;
und Fritzchen wählte nach langem Suchen
ein großes Herz von Honigkuchen.
Zuckerguss war darüber geglättet
mit Plätzchen und Perlen eingebettet,
und für dieses Kinderglück
bezahlte der Opa ein Fünfmarkstück.
Nun ging der Opa und Fritz in die Runde
es dauerte schon eine gute Stunde,
vor jeder Bude blieb Fritzchen stehen,
überall gab es was Neues zu sehen.
Da sagte Fritzchen ganz leise: Opalein,
Opa ich muss mal, bloß klein.
Da sagte der Opa der Gute:
Komm gleich hier hinter die Bude.
Ich bleib dicht vor Dir stehen,
da kannste, und keiner kann Dich sehen.
Fest in der Hand den Honigkuchen
tat Fritzchen nun das Knöpfchen suchen.
Der kalte Wind pfiff um die Ohren,
die Finger waren ganz blau gefroren
und deshalb traf er auch einige Mal
den Honigkuchen mit warmen Strahl.
Das kleine Fritzchen merkte das gleich,
der Honigkuchen wurde weich.
Und Fritzchen flennte ohne Unterlass:
Opa, mein schönes Herz ist nass!
Da ging Opa, der einzige Gute,
mit Fritzchen an die Zuckerbude
und stillte dessen großen Schmerz
mit einem zweiten Honigkuchenherz.
Nun hatte er zwei Herzen und es war ihm klar,
dass eines davon nicht in Ordnung war.
Er wollte den Opa entscheiden lassen:
Opa, was machen wir mit dem nassen?
Der Opa wusste in der Tat
gleich einen guten Rat:
Weißt du mein Junge, das machen wir so,
den gibst du der Oma, die titscht sowieso!
Unbekannt
Notieren
Rated 0/5 based on 0 customer reviews

Sankt Nikolaus im Kindergarten

Wie jedes Jahr, von Haus zu Haus,
zieht wieder mal Sankt Nikolaus.
Die Kleinen auch im Kindergarten,
mit großer Spannung auf ihn warten.

Gelernt haben sie sich ein Gedicht,
das man für den Niklaus spricht.
Auch ein Lied wollen sie singen,
die Feier soll recht gut gelingen.

Man hat geprobt, man hat geübt,
das Beste heut` ein jeder gibt.
So dass er wieder kommen kann,
Sankt Nikolaus der Himmelsmann.

Bei „Lasst uns froh und munter sein"
Sankt Nikolaus zieht würdig ein.
Die Kinder hörn ganz leis und still,
was er ihnen sagen will.

Doch ist zu lang heut` seine Predigt,
die Kinder sind schon ganz erledigt.
Ohne Respekt vor`m heil`gen Mann
stellen sie manche Sachen an.

Auf des Niklaus gold`ne Schuh`
krabbelt der kleine Maxl zu.
Obwohl es strengstens ist verboten,
öffnet er die beiden Knoten.

St. Nikolaus, der festlich spricht,
bemerkt den Übeltäter nicht,
den man vor seinen Füßen findet,
wie er die Schuh` zusammen bindet.

Um des Niklaus Leib herum
ist ein langes Cingulum.
Das Ende noch den Boden streift,
der Hansi es voll Mut ergreift
und fesselt damit, frech und cool,
den Nikolaus an seinen Stuhl.

Über den Sack, der groß und schwer,
geht der kleine Helmut her
und schneidet, schneller wie ein Blitz
in den Boden einen Schlitz
und nimmt, geschickt wie eine Maus,
das erste Päckchen schon heraus.

Die Predigt hat er nun beendet,
an jedes Kind sich Niklaus wendet
und gibt dem Fräulein schnell ein Zeichen,
die Geschenke zu überreichen.

Mit ganzer Kraft hebt sie den Sack,
da macht es plötzlich tack, tack, tack
und aus dem Sack vom Nikolaus
purzeln die Geschenke raus.

Die Kinder lachen, laufen los,
finden die Idee ganz groß,
die Wartezeit so zu verkürzen,
sich auf die Geschenke stürzen.

Eh' sich der Nikolaus versieht,
ein jedes Kind schon wieder flieht
und ist mit einem schnellen Satz
auf seinem Stuhl, auf seinem Platz.

Sankt Nikolaus ist ganz verstört,
damit man wieder auf ihn hört,
will er sich vom Stuhl ergeben,
den Kindern Tadel nun zu geben.

Doch als er sich vom Stuhl erhebt,
scheint dieser an ihm festgeklebt.
Der Stuhl, er hebt sich mit empor,
die Kinder lachen laut im Chor.

Nun will er gehen einen Schritt,
doch machen das die Schuh' nicht mit,
denn die sind ja zusamm' gebunden,
und um das Chaos abzurunden,
mit einem Schlag, recht dumpf und laut,
es Niklaus auf den Boden haut.

Die Kinder lachen, s' Fräulein schreit
und den Nikolaus befreit,
vom Stuhl, an dem er sich befindet,
die Schuhe auseinander bindet.

Der Nikolaus steht auf mit Wut,
er findet all´ das gar nicht gut,
packt seine Sache, um zu starten,
ganz schnell aus diesem Kindergarten.

„Lustig, lustig, tralalalala,
Nikolaus war heute da".
Wahr ist geworden dieses Wort,
heut, hier an diesem Ort.
Die Kinder, schließlich dann zu Haus'
erzähln noch lang' von Nikolaus.
Pfarrer Matthias Kotonski
Notieren
Rated 0/5 based on 0 customer reviews

Sankt Nikolaus kommt durcheinander

Schützen, Veteranen, Frauen,
beim G'meindsrat vorbeischauen,
Fußballer und Musikanten,
Senioren, Schule, Asylanten,
in Spielgruppe und Kindergarten
sie schon lange auf ihn warten,
dann geht er noch von Haus zu Haus,
der heilige Sankt Nikolaus.

Er hat es streng, er hat es hart,
drei Tag' lang ist er auf der Fahrt,
kommt fast nicht mehr über die Runden
er muss zu vielen alten Kunden.

Er hat geplant und all's notiert,
damit, wenn's schließlich dann pressiert,
er sicher weiß, ob wo und wann
er ist mit seinem Auftritt dran.

Doch als nun ist die höchste Zeit
und alles ist schon vorbereit',
findet der St. Nikolaus
den Zettel nicht im ganzen Haus.
Schließlich fängt er ohne Plan
seine Vereinsbesuche an.

Sich's vorzustell’n, das ist nicht schwer,
es gibt schon gleich das erst' Malleur.
Beim Kronenwirt im Schützenheim
da kehrt der Frauenbund stets ein.
Die Rede ist gut vorbereitet,
er würdevoll den Saal beschreitet.
Die Brille ist ganz angeschlagen
und ohne noch recht lang zu fragen,
mit seiner Rede er beginnt
und seinen Text zum Vortrag bringt.

„Grüß Gott, all’samt beim Frauenbund,
die Weihnachtsfeier ist der Grund,
dass wie schon im vergang'nen Jahr
ich wieder da bin, das ist klar."

Es wird ganz unruhig hier im Raum,
den Nik'laus, den versteht man kaum.
Man lauter Männerstimmen hört,
St. Nik'laus ist jetzt ganz verstört.
Der Frauenbund, der ist das nicht,
doch mutig er jetzt weiterspricht:

„Recht fromm ward wieder ihr und fleißig,
habt d'Kirch geschmückt, gebastelt eifrig" –
Es riecht nach Bier, es riecht nach Rauch,
ja rauchen jetzt die Frauen auch.
Der Nikolaus sieht langsam besser,
doch sein Gesicht wird immer blässer.

Er weiß, warum's so unruhig wird,
er hat sich im Termin geirrt,
nicht Frauen muss er heut' ermahnen,
sondern die alten Veteranen.

Was ist zu tun in dieser Not,
die Knie zittern, der Kopf wird rot.
Der Nikolaus dreimal tief schnauft
und sich die Nackenhaare rauft.
Trinkt einen Schnaps und fasst sich Mut,
auswendig weiß er vieles gut,
dass man nicht länger auf ihn wartet,
er einen freien Vortrag startet,
doch bringt er vieles durcheinander
von dem Vortrag und jenem andern:

„Lang, lang ist her der letzte Krieg,
‚s gab viele Not und keinen Sieg,
ihr habt gekämpft und habt gelitten, -
euch Frauen muss man nicht lang bitten.
Gibt's was zu helfen und zu tun,
dann macht ihr's ohne auszuruh’n,
wo man euch braucht seid ihr bereit, -
ihr treue Kameraden seid,
haltet zusammen und seid stark,
zahlt Mitgliedsbeitrag zwanzig Mark
haltet hoch die Traditionen,
beim Fasching gibt's viel Sensationen,
Modenschau, Theaterspiel,
ja zum Lachen gibt es viel"

In dem Stil geht es lang noch weiter
die Feier wird jetzt richtig heiter,
weil Nik'laus aus dem großen Sack
seine Geschenke nun auspackt:

Kölnisch Wasser, Schal aus Seide
eine Brosche für das Kleide,
Kochrezepte, Eua de Toilette,
ein ganz kleines Kosmetikset,
einen Holzrahmen zum Sticken,
bunte Wolle für das Stricken
Ohrringen und Nagellack
hat er drin in seinem Sack
und dem Herrn Vorstand tut er geben
ein Heft der Zeitschrift „Frau im Leben".

Was Frauen brauchen, was sie freut,
kriegen die Veteranen heut'.
Sie nehmen dankbar an die Gaben
weil sie nun endlich etwas haben
was sie, ohne viel nachzudenken
an Weihnachten den Frauen schenken.

So klingt der Abend fröhlich aus
alles dankt dem Nikolaus.
Den Irrtum hat man ihm verzieh’n
und lässt ihn dankbar weiterzieh’n.

Recht lange wird noch diskutiert
über das, was dann passiert,
wenn bei den Frau'n der Nikolaus,
packt auch die falschen Sachen aus.
Und es ist schließlich allen klar,
des Sackes Inhalt wir offenbar
am Weihnachtsabend, wenn auch dann
die Frau'n beschenken ihren Mann.
So kann es sein, dass dann vielleicht
jedes Geschenk sein Ziel erreicht.
Pfarrer Matthias Kotonski
Notieren
Rated 0/5 based on 0 customer reviews